Wenn die Arbeit zur Sucht wird – Sich Zeit für sich nehmen 8


Wenn die Arbeit zur Sucht wird

Wenn die Arbeit zur Sucht wird

Wir sind ständig erreichbar, das Smartphone oder iPhone sind wichtiger als der Partner, vor Mitternacht werden noch kurz 30 Mails gecheckt, während kein Platz mehr ist für gelassene Mußestunden:

Die Hochleistungsgesellschaft verlangt uns alles ab. In einem Stern-Artikel von Rüdiger Barth, der das neue Buch von Svenja Flaßpöhler, „Wir Genussarbeiter“, vorstellt, wird die Analyse der aktuellen Situation vieler Menschen vorgestellt und manch einer dürfte sich dabei wiedererkennen.

Es ist erschreckend, wie deutlich sich die Grenzen zwischen Privatem und Beruflichem nicht zuletzt dank der neuen Medien vermischt haben.

Folgende Themenbereiche findest Du in diesem Artikel

  • Wir sind überall und jederzeit erreichbar
  • Der überengagierte Mitarbeiter
  • Gespür für Grenzen geht verloren
  • Wir verlernen zu Leben
  • Sich Zeit für sich nehmen – für ein entspannteres Leben
  • Die ideale Balance durch Sport und Entspannung
  • Sich Zeit für sich nehmen!
  • Die Spätfolgen für die „Generation Networker“
  • Das Sofa ruft
  • Verlust sozialer Kontakte
  • Bewegungsmangel – Auslöser von Krankheiten

Wir sind überall und jederzeit erreichbar

Mehr noch: Wir eifern mit Begeisterung dem Mehr und Schneller hinterher, sind multitaskingfähig, tun mehrere Dinge zur gleichen Zeit, merken dabei aber gar nicht, dass wir eigentlich unsere Freiheit einbüßen, obwohl wir freier sein könnten als je zuvor. Denn die Smartphones – so ist in dem brillanten Artikel zu lesen – sind die „Ketten der neuen Zeit“. Im Urlaub E-Mails abrufen, beim Spiel mit den Kindern immer mit einem Blick auf den Blackberry, ob nicht neue Messages eingehen – es ist ein ständiger Sog und was auf der Strecke bleibt, das ist die Muße, das Unbeschwerte und nicht zuletzt auch die Zeit.

Der überengagierte Mitarbeiter

Betrifft dies nur ein paar wenige, die in den Führungsschichten sitzen, einige Top-Manager für die Zeit immer noch Geld ist? Nein, macht uns der Artikel deutlich, es ist vielmehr der „überengagierte Mittelbau, der jeden Tag sein Bestes gibt.“ Svenja Flaßpöhler, die Autorin von „Wir Genussarbeiter“ hat dabei die These aufgestellt, dass eine Perversion der menschlichen Bedürfnisse eingetreten ist: Die Arbeit ist zum Genuss geworden und der Genuss zur Arbeit. Denn durch Arbeit suche der Mensch Befriedigung, was in „eine exzessive Lust“ ausarte, weil wir ständig nach der Anerkennung der Hochleistungsgesellschaft streben.

Gespür für Grenzen geht verloren

Es handele sich dabei um ein Massenphänomen, so Flaßpöhler weiter, denn immer krassere Leistungsanforderungen würden paradoxerweise mit dem eigenen Wollen verwechselt. In diesem Zirkel verliere der Mensch das Gespür für die eigenen Grenzen. Arbeit soll Selbstverwirklichung bedeuten, letztendlich werden darüber aber die eigenen Wünsche vergessen. Der Trick besteht darin, dass es nicht heißt „du musst noch“, sondern „du könntest noch“. In diesem Zusammenhang spiele auch die Triebverlagerung eine große Rolle, wobei die omnipräsente Pornographie die Sexualität entzaubere, so Flaßpöhler. Sogar die Tasse Tee werde zur „therapeutischen Genussübung“ – also instrumentalisiert, statt einfach genossen.

Tatsächlich ist es schwer, sich diesem Sog der multimedialen und immer erreichbaren Gesellschaft zu entziehen, die einen Einsatz rund um die Uhr verlangt. Demnach braucht es eine Revolution, wie Jürgen Barth, der Autor des Stern-Artikels, schlussendlich folgert, aber eines Tages werde sich der Mensch dieser Lügen entledigen und die Revolution, nämlich der Lebensgenuss als Gegenteil von Produktivität, wird siegen, meint Barth – vielleicht ironisch?

Wir verlernen zu Leben

Im Anschluss an den Artikel findet sich ein Interview von Jürgen Barth und Nina Poelchau mit Silvia Flaßpöhler, TV-Moderator Jörg Pilawa, Manfred Pütz, Chefarzt am Alexianer-Krankenhaus in Köln, und Frau von Dewitz, Geschäftsführerin des Outdoor-Anbieters „Vaude“. Pilawa berichtet dabei von einer typischen Situation des neuzeitlichen Menschen: nämlich dass er sich eine mehrmonatige Auszeit nahm, aber als er in Neuseeland ankam und feststellte, dass kein Internetanschluss vorhanden ist, fast Amok lief. Die Arbeit kann zur Droge werden, sind sich fast alle Diskussionsteilnehmer einig, ein omnipotenter Zwang, der unsichtbare Ketten legt und uns vom eigentlichen Leben abschneidet.


Sich Zeit für sich nehmen – für ein entspannteres Leben

Auszeit - Sich Zeit für sich nehmen

Auszeit – Sich Zeit für sich nehmen

Termine drängen, Partner und Kinder fordern ihren Tribut, im Arbeitsalltag ist permanenter Stress angesagt und überhaupt steigen die Anforderungen des Lebens. Manch einer fühlt sich dabei wie ein Hamster im Laufrad, ständig wird Geschwindigkeit und Höchstleistung verlangt, ohne dass man von der Stelle zu kommen scheint. Naturgemäß fordert ein solches Leben früher oder später seinen Tribut – sei es in Form von Erschöpfungszuständen, in Form von Depressionen oder in Form eines „Ich will nicht mehr!“ Sich Zeit für sich nehmen, ist daher von elementarer Bedeutung.

Jeder sollte eine Art Auszeit für sich haben, um zu regenerieren, zu entspannen und neue Kraft zu tanken. Andernfalls gehen die ständigen Anforderungen an die Substanz, was sich in ständiger Gereiztheit oder schwerwiegenden Erkrankungen ausdrücken kann. Doch wenn man beizeiten eingreift, muss es nicht so weit kommen.

Die ideale Balance durch Sport und Entspannung

Yoga, Fitnesstraining, Jogging, Pilates & mehr: Heutzutage kann man aus einer Vielzahl von Sportarten auswählen, wobei für jeden das Richtige dabei ist. Sport hat dabei die Eigenschaft sowohl den Körper, der aus der Balance geraten ist, als auch die Seele, die einen neuen Energieschub braucht, optimal miteinander zu verbinden. Sport sorgt dafür, dass man sich selbst wieder spürt – und sei es in Form eines Muskelkaters. Den stressfreien Raum, den Sport bietet, lässt sich dabei wunderbar mit anschließenden Saunagängen, Aromaöl-Massagen, kosmetischen Behandlungen usw. verbinden.

Sich Zeit für sich nehmen!

Sich regelmäßig Zeit nehmen für Bewegung und nur für sich, dies ist ein elementarer Grundbaustein, um sich rundum wohl zu fühlen. Nach dem Sport bewusst Entspannung genießen, dies ist die ideale Kombination. Denn genau die vorangegangene Anstrengung lässt einen die Erfahrung der totalen Entspannung umso tiefer spüren. Jeder sollte daher Sport und Entspannung in seinen Alltag integrieren. Fernab von den Kommandos des Chefs oder der schreienden Kinder blühen Körper und Seele neu auf und sind wieder gerüstet für den Alltag. Sport ist die ideale Möglichkeit, um eine verlorengegangene Balance wiederzufinden, bevor es zu Erkrankungen kommt.


Die Spätfolgen für die „Generation Networker“

Bewegungsmangel - Auslöser von Krankheiten

Bewegungsmangel – Auslöser von Krankheiten

Ein typischer Alltag eines durchschnittlichen Teenagers in der westlichen Kultur sieht überspitzt so aus: Morgens zum Frühstück gibt es schnell eine Schüssel süßer „Choco Pops“, dann geht’s mit dem Bus zur Schule – sechs Stunden sitzen und lernen. Nach Schulschluss verabredet sich die Clique zum nächstgelegenen MC Donalds. Es gibt Burger und Pommes, dazu eine Cola.

Das Sofa ruft

Zu Hause werden kurz vor dem Fernseher auf dem Sofa die Hausaufgaben erledigt, dann werden am PC die neuesten Pinnwandeinträge auf Facebook gelesen, ein bisschen gechattet und dann bis 19 Uhr Onlinespiele gespielt. Danach gibt es Essen mit der Familie. Vielleicht ein Auflauf oder Spaghetti. Am restlichen Abend wird Fernsehen geguckt oder weiter am PC gespielt, bis der nächste Schultag einen ins Bett zwingt…

Okay, der Tagesablauf mag etwas überzogen sein, aber zumindest in einigen Teilen werden sich die Jugendlichen von heute darin wiederfinden. Nicht ohne Grund bestätigt eine neueste Studie der Bundesdrogenbeauftragten, dass über 13 Prozent der Teenager anfällig für Internetsucht sind – und das bedeutet mehr als vier Stunden pro Tag vor dem Computer zu sitzen!

Verlust sozialer Kontakte

Neben dem Verlust von realen Sozialbeziehungen ist die Generation der Networker (Link zum Produkt bei Amazon) aber auch gesundheitlich in der Zukunft gefährdet. Sport ist keine attraktive Freizeitaktivität mehr. Der Bewegungsausgleich fehlt immens und führt nicht selten bei zu viel falscher und einseitiger Ernährung zu Übergewicht und Fettleibigkeit. Je länger nichts getan wird, umso schwerer wird es auch die späteren Erwachsenen zum Sport und einer gesünderen Lebensweise zu animieren.

Auch hier haben Langzeitstudien ergeben, dass Menschen, die mehrere Jahre sich nicht für Sport interessiert haben auch später viel weniger aktiv sind, als die, die schon früh auf ihre Fitness achten. Mit 18 Jahren treiben knapp 70 Prozent der Männer und 42 Prozent der Frauen Sport. Mit 35 bewegen sich etwa 30 Prozent der Männer und 30 Prozent der Frauen regelmäßig in Fitnessstudios oder auf Sportplätzen.

Bewegungsmangel – Auslöser von Krankheiten

Dabei wird es die gegenwärtige Generation noch viel nötiger als ihre Vorgänger haben. Bewegungsmangel und zu viel Sitzen führt zu Gelenkproblemen, Rückenleiden, Herz- und Gefäßproblemen und wie schon erwähnt zu Gewichtsproblemen. Es ist also wichtig, so früh wie möglich Aufklärungsarbeit zu leisten und die Kinder für den Sport zu begeistern.



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