Kann Sport bei Burnout eine Lösung sein? 2


Sport bei Burnout

Sport bei Burnout

Im Beruf täglich mehr als alles geben, aber zu Hause nichts mehr auf die Reihe bekommen, sich müde, schlapp, und antriebslos fühlen – das klingt nach einem klaren Fall von Burnout. Was genau verbirgt sich eigentlich hinter der Erschöpfungsdepression, die heute neudeutsch „Burnout-Syndrom“ genannt wird? Und warum helfen bestimmte Sportprogramme Betroffenen dabei, einen spürbaren Ausgleich zu Leistungsdruck und Stress zu schaffen? Im nachfolgenden Artikel findest Du Ursachen, als auch Lösungsansätze, die bei einer Burnout Behandlung heutzutage zum Einsatz kommen. Dabei wird auch zum Burnout die Depression etwas näher beleuchtet. Hier können die Grenzen schon mal verschwimmen!

Folgende Themenbereiche findest Du in diesem Artikel

  • Depression nimmt in der heutigen Gesellschaft stark zu
  • Betroffene tun sich schwer eine Depression einzugestehen
  • Unterschiede zwischen Burnout und Depression
  • Häufigste Symptome des Burnout-Syndroms
  • Die typische Berufsgruppe für Burnout gibt es nicht
  • Warum beim Burnout-Syndrom Urlaub nicht hilft
  • Welche professionellen Hilfen gibt es?
  • Wie Sport die Psyche beeinflusst: Weniger Stress, mehr Glücksgefühle
  • Stressabbau durch Sport ohne Leistungsdruck
  • Sport und psychiatrische Erkrankungen
  • Sport und Gehirnleistung
  • Psyche und sportliche Leistungsfähigkeit
  • wiederum die Psyche davon profitieren.
  • Glückshormonausschüttung durch Sport
  • Was sich durch Sport verändert
  • Sport als Stressblocker
  • Muss Sport immer wehtun, um zu wirken?
  • Bewegungsmangel durch steigende Technisierung
  • Sport und Burnout

Depression nimmt in der heutigen Gesellschaft stark zu

In einem bestimmten Maß ist dies auch durchaus natürlich. Die Zahl derer die an Depressionen leiden nimmt heutzutage stetig zu. Stärkere depressive Phasen sind bereits Millionen Bundesbürgern bekannt, egal welchen Alters oder Geschlecht die Betroffenen haben. Seit dem Fall von Robert Enke, der sich trotz seines Erfolgs als Fußballtorwart 2009 das Leben nahm, weil er mit seiner Gemütserkrankung nicht mehr zurecht kam, sind auch die Medien auf das Thema Depressionen aufmerksam geworden. Doch noch immer ist nicht jedem bewusst, dass es sich dabei um eine ernstzunehmende Erkrankung handelt, die bereits zu einem Volksleiden geworden ist. Nett gemeinte Worte wie „Kopf hoch, das wird schon wieder!“ oder „Du darfst das nicht alles immer so ernst nehmen!“ sollen aufbauen, erreichen aber oftmals nur das Gegenteil.

Depression erkennen

Depression erkennen

Mit Stimmungsschwankungen haben einige in ihrem Alltag Berührungspunkte. Eine moderne Welt wie unsere fordert uns täglich – Termindruck, Leistungsdruck, familiäre oder finanzielle Sorgen sowie fremde Forderungen oder hohe Erwartungen an einen selbst können zu Erfolgsergebnissen führen, aber leider auch oft, zu einem Punkt, an dem man sich nur noch ausgebrannt fühlt. Oft kommen Selbstzweifel, Ängste und Zwangsgedanken dazu.

Schlafstörungen quälen die Betroffenen in der Nacht. Antriebslosigkeit, Selbstzweifel, Pessimismus und Ängste bedrücken die Leidtragenden täglich. Die Ursachen für eine Bipolare Störung oder auch manisch-depressive Störungen sind mannigfach und nicht immer leicht diagnostizierbar. Angefangen von Konflikten in der Kindheit wie Liebesentzug, Isolation oder Gewalt in der Familie, über körperliche Krankheiten wie Parkinson, Schilddrüsen- oder Lebererkrankungen sowie Beeinflussungen durch Suchtmittelkonsum, Stress, Leistungsdruck, Partnerverlust und anderen psychischen Leiden bis hin zu erblicher Veranlagung und biologischen oder neurologischen Faktoren können Depressionen jeden Menschen treffen.

Betroffene tun sich schwer eine Depression einzugestehen

Das Wichtigste in der Bekämpfung von Depressionen ist sicherlich erst einmal die Depressionen erkennen und das Eingeständnis der betroffenen Person, dass ihre starken Stimmungsschwankungen eine nicht seltene Krankheit darstellen, die behandelbar ist. Wichtig ist es dann, sich nicht ständig den negativen Gedanken hinzugeben, sondern aktiv zu bleiben. Der Rückzug von Familie und Freunden erscheint häufig am einfachsten, sollte aber auf jeden Fall unterlassen werden. Die Gesellschaft von Menschen, denen man vertraut, sowie das Nachgehen von neuen Hobbys können Wunder bewirken und ganz neue Facetten an der eigenen Persönlichkeit eröffnen. Man sollte seine Ziele nur nicht zu hoch stecken und geduldig zu sich selber sein – die Heilung von Depressionen kann auch mit ärztlicher Hilfe mehrere Jahre dauern.

Unterschiede zwischen Burnout und Depression

Burnout

Burnout

Das Burnout-Syndrom ähnelt einer depressiven Störung in vielem. Während Depressionen aber völlig losgelöst vom Arbeitsumfeld und zudem plötzlich auftreten können, steht Burnout als Begriff der Arbeitspsychologie immer im Zusammenhang mit längerer Überlastung im Job. Bevor die Symptome auftreten, ist das berufliche Engagement oft über Jahre enorm hoch, ebenso wie die Motivation und der – manchmal selbst auferlegte – Leistungsdruck. Beim Burnout brechen nicht nur Disziplin und Motivation zusammen, sondern auch der Körper reagiert:

Das Immunsystem streikt, es kommt zu Schlafstörungen und Appetitlosigkeit. Außerdem reagieren vom Burnout betroffene Menschen oft grundlos gereizt und unterschwellig aggressiv, während diese Gereiztheit bei einer Depression selten auftritt. Je weiter das Burnout fortschreitet, umso mehr verwischen sich die Grenzen zur depressiven Störung. Das liegt daran, dass zunehmend Lebensbereiche in Mitleidenschaft gezogen werden, die nicht unmittelbar mit dem Job in Zusammenhang stehen.

Häufigste Symptome des Burnout-Syndroms

Betroffene fühlen sich im wahrsten Wortsinn ausgebrannt. Über längere Zeit haben sie zu viel geleistet, ohne dass ein Ausgleich in Form von Geselligkeit, Freizeit, Hobbys oder Sport vorhanden war. Plötzlich oder schleichend kommt es zu Leistungsabfall, Konzentrationsschwäche, körperlichen und seelischen Erschöpfungszuständen, sozialem und emotionalem Rückzug sowie einer schwächer werdenden Regenerationsfähigkeit. Obwohl es sich ganz klar um eine Stressfolgeerkrankung zu handeln scheint, sind einige Psychologen der Meinung, Burnout sei eine Modediagnose, hinter der sich häufig eine klassische Depression verberge. Medizinisch wird das Burnout-Syndrom als Überlastungsproblem innerhalb der Lebensbewältigung klassifiziert und nicht als eigenständige Krankheit betrachtet.

Die typische Berufsgruppe für Burnout gibt es nicht

Ursprünglich nahm man an, dass vor allem Pflegeberufe betroffen seien, mittlerweile hat sich dies relativiert. Auch Lehrer, Mitglieder des gehobenen Managements, junge Mütter, Paketzusteller und viele andere Berufsgruppen sind betroffen. Auch Leistungssportler bleiben nicht vom Burnout verschont, weil bei ihnen der Sport keine Erholung bringt, sondern permanent Druck aufgebaut wird. Zudem gilt es mittlerweile als sicher, dass beim Burnout auch die Genetik eine Rolle spielt. Es kommen also äußere Faktoren und eine persönliche Disposition zusammen.

Warum beim Burnout-Syndrom Urlaub nicht hilft

Der gut gemeinte Ratschlag gegen Überarbeitung lautet oft, doch mal auszuspannen, Urlaub zu machen und die Seele baumeln zu lassen. Leider ist das im Falle eines fortgeschrittenen Burnouts ein Trugschluss. Auch in den Ferien können sich Betroffene nicht erholen. Während es anfänglich noch helfen kann, sich mit Freunden zu treffen, Sport zu treiben und verdiente Auszeiten zu nehmen, gelingt es irgendwann nicht mehr, das Leistungslevel herunterzufahren. Im fortgeschrittenen Stadium greifen diese Maßnahmen nicht, weil sich der Betreffende abkapselt, depressiver Stimmung ist und im wahrsten Sinne des Wortes das Gefühl hat, in der „Tretmühle“ zu sein. Weitverbreitet ist daher auch die Bezeichnung „Zwilling der Depression“ für das Burnout-Syndrom, weil das äußere und innere Befinden der Erkrankten sich ähneln. Erschöpfung und das Gefühl von Hoffnungslosigkeit sind typisch für den fortschreitenden Prozess, der schließlich im körperlichen und psychischen Zusammenbruch münden kann.

Welche professionellen Hilfen gibt es?

Häufig ist es wichtig, dass sich die Betroffenen überhaupt jemandem mitteilen. Ist die Burnout-Erkrankung fortgeschritten, dann ist professionelle Hilfe unverzichtbar und eine stationäre Behandlung empfehlenswert. Dabei kommen neben Gesprächstherapien auch medikamentöse Therapien wie Antidepressiva infrage. Einer der Grundpfeiler jeder qualitativ hochwertigen Therapie ist aber auch Sport. Bewegung hat die Eigenschaft, dass sich durch die äußere Bewegung auch die innere Starre auflösen lässt. Denn de facto sind die Betroffenen innerlich erstarrt, sehen keine Perspektive mehr und haben keine Zukunftsvisionen.


Wie Sport die Psyche beeinflusst: Weniger Stress, mehr Glücksgefühle

Ausgeglichen durch Sport

Ausgeglichen durch Sport

Körper und Geist können in der Medizin nicht völlig getrennt voneinander betrachtet werden. Was für die ganzheitlich ausgerichtete Alternativmedizin / Komplementärmedizin im besonderen Maße gilt, ist auch in der Schulmedizin weitgehend anerkannt: Zwischen Körper und Psyche besteht eine Wechselwirkung, die in eine erfolgreiche Behandlung einbezogen werden sollte. Psychosomatische und psychiatrische Einrichtungen bieten deswegen schon seit geraumer Zeit Sport- und Bewegungsprogramme an.

Solche Angebote wurden anfangs von Schulmedizinern noch belächelt, doch die zahlreichen positiven Feedbacks haben auch Zweifler zum Schweigen gebracht. Heute empfehlen sogar viele Hausärzte ihren Patienten, die unter Panikattacken leiden, ein Sportprogramm – denn ein fitter Körper schützt vor Angst. Sport und Psyche sind sozusagen ein „unzertrennliches Paar“, nicht nur, wenn es um die Gesundheit geht.

Stressabbau durch Sport ohne Leistungsdruck

In einer Reihe von Studien wurde festgestellt, dass Sportarten wie Joggen, Nordic Walking, Walking, Radfahren oder Wandern zum Stressabbau beitragen und die Stimmung positiv beeinflussen. Nach der körperlichen Belastung fühlen sich die Sportler eindeutig wohler und sind auch merklich entspannter. Viele Dinge, die zuvor als Last empfunden wurden, erscheinen in einem positiveren Licht. Nach einem stressigen Tag im Büro ist daher sportliche Betätigung die ideale Lösung, um sich Frust im wahrsten Sinne des Wortes von der Seele zu laufen. Es hat sich sogar gezeigt, dass sportliche Betätigung Suchtverhalten entgegensteuern kann. Der Stress, der durch Suchtdruck erzeugt wird, lässt sich durch die sportliche Betätigung verringern. Einige Nikotin-Entwöhnungsprogramme bauen auf Bewegung, um die Lust auf die nächste Zigarette abzuschwächen. So fällt der Weg vom Raucher zum Nichtraucher mit viel Bewegung leichter.

Sport und psychiatrische Erkrankungen

Etliche psychiatrische Krankheiten sprechen besonders gut auf Sport an. Vor allem Depressionen, die inzwischen zu den Volksleiden zählen, können damit neben Psychopharmaka optimal behandelt werden. Der Grund hierfür sind die Endorphine: „Glückshormone“, die bei sportlicher Betätigung nach einer Weile freigesetzt werden. Sie beeinflussen die Stimmungslage, die Laune steigt und depressive Menschen fühlen sich insgesamt besser.

Alltagsstress abbauen

Alltagsstress abbauen

Auch bei anderen seelischen Belastungen empfehlen Fachärzte Sport und Bewegung. Sei es ein Powertraining im Fitnessstudio oder ausgiebige Spaziergänge an der frischen Luft: Bewegung klärt Körper und Geist. Probleme lassen sich durch Bewegung in Schach halten oder sogar lösen. Ein wichtiger Aspekt bei der Bewegung ist das Naturerlebnis in Form von frischer Luft und der sinnlichen Wahrnehmung der Natur. Das heißt, auch widrige äußere Bedingungen annehmen und daraus lernen, dass man daraus Positives schöpfen kann.

Bessere Heilungschancen durch Sport

Wer regelmäßig über einen längeren Zeitraum hinweg Sport treibt und sich bewegt, hat bessere Heilungschancen bei seelischen Krankheiten wie Depressionen. In vielen Fällen ist es dann sogar möglich, Psychopharmaka zu reduzieren. Dies ist ein enormer Vorteil, weil Psychopharmaka neben ihren positiven Wirkungen auch häufig unerwünschte Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme haben. Mit Sport kann es gelingen, diese Unabhängigkeit von Psychopharmaka zu erreichen – doch nur der Arzt kann beurteilen, wann Medikamente abgesetzt werden dürfen.

Sport und Gehirnleistung

Eine von vielen positiven „Nebenwirkungen“ des Sports ist eine stärkere Gehirndurchblutung. Auch der Gehirnstoffwechsel wird positiv angeregt. Dies führt zu mehr geistiger Fitness, die beste Voraussetzung dafür, alltägliche Aufgaben leichter zu meistern. Menschen, die regelmäßig Sport treiben, sind geistig aktiver und kreativer. Studien zeigen außerdem, dass diejenigen, die sich regelmäßig sportlich betätigen, seltener unter Alterskrankheiten wie Alzheimer oder Demenz leiden. Auch hier ist kontinuierliche Bewegung aber entscheidend, um langfristig davon zu profitieren. Sporadische Aktivitätsschübe nützen wenig.

Psyche und sportliche Leistungsfähigkeit

Bisher war von Sport als gesundheitsfördernder Freizeitbeschäftigung ohne Leistungsdruck die Rede. Wer als Profisportler an seine körperlichen und mentalen Grenzen geht, ist weit entfernt davon, automatisch Ruhe und Kraft durchs Training zu finden. Hier zeigt sich deutlich die Wechselwirkung beider Faktoren. Darum ist es kein Zufall, dass Sportprofis psychologische Unterstützung in Anspruch nehmen. Denn der Zustand der Psyche, der mentale Faktor, ist auch ein entscheidender Impuls, wie leistungsfähig ein Sportler sein kann. Dies ist einer der Gründe für das Zusammenarbeiten mit einem kompetenten Personal Trainer: Dieser ermutigt, spornt an, lobt auch und ist eine mentale Stütze. Beim Sport gibt es auch immer Niederlagen, die gemeistert werden müssen. Viele Sportler finden nach einem verlorenen Wettkampf allein schwer aus einem solchen Motivationsloch heraus, während sie mit Unterstützung aus ihren Fehlern lernen und mental gestärkt werden. Die starke Wechselbeziehung bedeutet: Ist die Psyche in gutem Zustand, kann man sportlich viel erreichen – versetzt man den Körper in einen guten Zustand, kann wiederum die Psyche davon profitieren.

Glückshormonausschüttung durch Sport

Befragt man Sportler, warum sie Sport treiben, sind die wichtigsten Gründe das Wohlbefinden unmittelbar nach dem Training (Link zum Produkt bei Amazon) und das bessere Allgemeinbefinden. Kaum jemand gibt an, er fühle sich schlechter, nachhaltig ausgepowert oder weniger belastbar durch den Sport. Dies wurde durch Zahlen von der Erlanger Psychologin Aberle Brehm im “Sich-Wohlfühlen-Phänomen” belegt. Allerdings scheint es nicht zuzutreffen, dass die legendären Glücksgefühle Sportler immer wahrhaft rauschhaft durchfluten. Vielmehr ist auch die Endorphinausschüttung Trainingssache, es muss zu einem „Flow“ kommen, wenn Atmung, Herzschlag und Blutdruck optimal synchronisiert sind und die sportliche Tätigkeit zugleich aufmerksam, motiviert und harmonisch abläuft.

Was sich durch Sport verändert

Sportler fühlen sich nach dem Training ruhiger. Der Stress fällt von ihnen ab. Sehr viele Sportler fühlen sich aktiver, trotz vorheriger sportlicher Belastung und sind bester Laune. Auch wenn einige sich selbst zum Sport antreiben mussten, waren sie danach energiegeladener. Anders verhält es sich bei denjenigen, die Sport als Mittel zum Zweck ansehen, zum Beispiel um ein paar Kilos zu verlieren. Erreichen sie ihr Ziel nicht – meist bedingt durch keine oder falsche Zielsetzung –, profitiert diese Gruppe selten von den positiven Effekten, bricht daher häufig die Anstrengungen ab und ist frustriert.

Sport als Stressblocker

Abschalten beim Sport

Abschalten beim Sport

Diejenigen, die immer wieder ein Wohlbefinden erleben, sind langfristig stressresistenter und ausgeglichener. Sie entwickeln zudem eine positive Einstellung zu ihrem Körper und sind feinfühliger, was körperliche Veränderungen anbelangt. Gerade Läufer erleben nach oder während eines perfekten Laufs das „Runner’s High“, das Hochgefühl beim Laufen. Natürlich kann zu viel Sport auch ins Gegenteil umschlagen. Wie bei allem gilt auch beim Sport ein verträgliches Maß: Ein Zuviel des Guten ist ungesund.

Sportler, die regelmäßig ihrem Sport nachgehen, erleben häufig ein High-Gefühl. Dies wird ausgelöst bei großen körperlichen Anstrengungen. Erzeugt wird dies Glücksgefühl im Gehirn, das opiatähnliche Substanzen ausschüttet. Untersucht wurde dies durch das Institut für Kreislaufforschung der Sporthochschule Köln von Herrn Professor Dr. Wildor Hollmann.

Muss Sport immer wehtun, um zu wirken?

Wer nicht Äpfel mit Birnen vergleichen möchte, muss vor der Beantwortung diese Frage die unterschiedlichen Persönlichkeiten eines jeden Sportlers berücksichtigen. Die einen brauchen einen leichten Schmerz beim Sport und zelebrieren (Link zum Produkt bei Amazon) ihn geradezu, andere verlassen höchst ungern die angenehme Zone und empfinden Schmerz bzw. extreme Anstrengung als demotivierend. Für Außenstehende ist meist sehr schwer nachzuvollziehen, warum sich viele Sportler der ersten Gruppe so an ihre Leistungsgrenzen bringen und dabei nicht immer „Freude“ Ihrem Gesicht abzulesen ist. Während der Aktivität wird sich auf die Anstrengung konzentriert, das Glücksgefühl stellt sich erst nach vollbrachter Leistung ein. Weniger leistungsorientierte Sportler empfinden das Hochgefühl oft bei moderater körperlicher Anstrengung in der freien Natur, wenn die äußeren Bedingungen perfekt sind.

Bewegungsmangel durch steigende Technisierung

Smartphone, Tablets und sonstige Technisierung verstärken den Trend zu immer weniger Bewegung. Nach einem langen Tag im Büro haben viele keine Lust mehr, sich sportlich noch aufzuraffen. Trotzdem sollte jeder Mensch sich diese Zeit nehmen. Sport bedeutet, die Lebensqualität und das Wohlbefinden zu steigern. Sport sollte darum nicht als zusätzliche Belastung, sondern als Ausgleich angesehen werden. Wer mit Spaß an den Sport geht, erlebt im Laufe der Zeit ein Glücksgefühl. Bei dem einen stellt es sich früher ein, bei dem anderen später.

Sport und Burnout

Sport als Bestandteil der Therapie

Sport als Bestandteil der Therapie

Bewegung wie Laufen, Walken oder Wandern gehört bei einer stationären Behandlung fast immer zur Burnout-Therapie. Das Bewegungsprogramm beginnt meist nach einer medikamentösen Therapie, durch die Betroffene erst einmal zur Ruhe kommen sollen. Häufig befinden sich die entsprechenden Kliniken in kleineren Gemeinden, die von Wald und anderen Naturlandschaften umgeben sind. Die Bewegung hilft dabei, auch den Gedanken „freien Lauf“ zu lassen.

Mit zunehmender Kondition spüren die Patienten, wie befreiend und wohltuend es ist, in der Natur unterwegs zu sein. Es geht nicht um Leistung, es geht ausschließlich um die Freude an der Bewegung und die wohltuende körperliche Erschöpfung. Diese Erschöpfung ist nicht zu vergleichen mit Schwäche, sondern weil Psyche und Soma miteinander verbunden sind, wirkt sich die sportliche Belastung positiv auf dien Heilungsprozess der Seele aus. Viele psychiatrische Einrichtungen haben dieses Konzept inzwischen aufgegriffen und bieten Sporttherapie wie gymnastische Übungen und Nordic Walking neben den anderen herkömmlichen Therapien an. Die Bedeutung des Sports für den Genesungsprozess ist mittlerweile unumstritten – obwohl der therapeutische Ansatz ursprünglich belächelt wurde. Doch nach den vielen positiven Feedbacks hat sich das Klima deutlich geändert.

Nach der Behandlung

Auch nach der erfolgreichen Behandlung sollte Sport ein integrativer Bestandteil des Alltags von Menschen sein, die von Burnout betroffen waren, weil sich durch körperliche Verausgabung die Seele regeneriert. Dadurch können sogar auch Medikamente überflüssig werden. Denn Sport dient gleichsam als Puffer zwischen dem Stress des Alltags und der Seele. Dabei geht es nicht darum, ein bestimmtes Leistungsziel zu erreichen, sondern um die regelmäßige Bewegung an sich. Sport sollte gleichsam eine Art Auszeit vom Alltag bilden, wobei sich die positiven Effekte verbinden lassen: abschalten, den Körper trainieren, neue Kraft tanken, um für das Arbeitsleben wieder gerüstet zu sein. Idealerweise hat man dabei jemanden wie einen Personal Trainer zur Seite, der den ehemaligen Patienten Schritt für Schritt in die Sportart seiner Wahl einführt. Damit ist auch das kommunikative Element gegeben, denn natürlich sollten ehemalige Burnout-Patienten über ihre vergangenen Erlebnisse sprechen und sie reflektieren, um künftig ähnlichen Erkrankungen dauerhaft vorzubeugen.

Fazit: Sport bringt nicht nur den Körper in Schwung, Sport erfrischt auch die grauen Zellen und trägt zum seelischen Gleichgewicht bei. Wenn Sport nicht euer Beruf ist, dann geht ihn auch wie ein Hobby an: Treibt Sport aus Lust an der Sache! Stresst euch nicht unnötig, setzt euch nicht mit unrealistischen Zielen unter Druck. Ich kann es gar nicht genug betonen: Wichtig ist der Spaß beim Sport, die Freude an der Bewegung.


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2 Gedanken zu “Kann Sport bei Burnout eine Lösung sein?

  • Mareike

    Toller Artikel,
    aber mich würde mal interessieren ob man auch durch Sport (Sportsucht usw.) seine Depressionen verschlimmern kann, also Sport mit ein Faktor sein kann weshalb man Depressiv ist und bleibt?
    LG und Danke

    • aleisner Autor des Beitrags

      Hallo Mareike,
      habe ich bisher nicht von gehört. Der Sport sollte nie als Zwang angesehen werden, sondern leicht von er Hand gehen. Sicherlich gibt es auch Fälle, wo andere Wege genommen werden sollten. Dafür sind dann die Ärzte da, um einem diese Wege aufzuzeigen.
      Liebe Grüße André