Ursachen und Verlauf
Burnout ist eine Erkrankung, die auf dem Vormarsch ist. Es handelt sich dabei ganz klar um eine Stressfolgeerkrankung. Über längere Zeit wurde zu viel geleistet, ohne dass ein Ausgleich in Form von Geselligkeit, Freizeit, Hobbys oder Sport vorhanden war.
Die Folge sind Leistungsabfall, Konzentrationsschwäche, körperliche und seelische Erschöpfungszustände, sozialer und emotionaler Rückzug sowie mangelnde Regenerationsfähigkeit.
Auch wenn ein von Burnout Betroffener in Urlaub fährt, kann er sich dabei typischerweise nicht erholen. Zu Beginn dieses Prozesses kann es dabei helfen, sich mit Freunden zu treffen, Sport zu treiben und sich Auszeiten zu nehmen – sprich: das Leistungslevel herunterzufahren. Im fortgeschrittenen Stadium greifen diese Maßnahmen nicht mehr, weil sich der Betreffende abkapselt, depressiver Stimmung ist und im wahrsten Sinne des Wortes das Gefühl hat in der „Tretmühle“ zu sein. Charakteristischer Weise wird der Burnout als „Zwilling der Depression“ bezeichnet, weil das äußere und innere Befinden der Betreffenden sich ähneln. Erschöpfung und das Gefühl von Hoffnungslosigkeit sind typisch für den fortschreitenden Prozess, der schließlich im körperlichen und psychischen Zusammenbruch münden kann. Ursprünglich nahm man an, dass vor allem Pflegeberufe betroffen seien, mittlerweile hat sich dies relativiert. Auch Lehrer, Mitglieder des gehobenen Managements, junge Mütter, etc., sind betroffen. Dabei gilt es mittlerweile als sicher, dass beim Burnout auch die Genetik eine Rolle spielt.
Professionelle Hilfe
Häufig ist es wichtig, dass sich die Betroffenen überhaupt jemandem mitteilen. Ist die Burnout-Erkrankung fortgeschritten, dann ist professionelle Hilfe unabdingbar und eine stationäre Empfehlung ist empfehlenswert. Dabei kommen neben Gesprächstherapien auch medikamentöse Therapien wie Antidepressiva in Frage. Einer der Grundpfeiler jeder qualitativ hochwertigen Therapie ist aber auch Sport. Bewegung hat die Eigenschaft, dass sich durch die äußere Bewegung die innere Starre mit auflösen lässt. Denn de facto sind die Betroffenen innerlich erstarrt, sehen keine Perspektive mehr und haben keine Zukunftsvisionen.
Sport und Burnout
Charakteristischerweise laufen Burnout-Patienten, die stationär behandelt werden, sehr viel, sobald sie – beispielsweise durch eine Ruhephase und mithilfe von Medikamenten – dazu in der Lage sind. Dies ist eine Therapieempfehlung. Häufig befinden sich die entsprechend spezialisierten Kliniken in kleineren Gemeinden, die von Wald oder ähnlich positiven Naturphänomenen umgeben sind. Ist die häufige Bewegung in Form von Laufen der Anfang, so ist gezielter Sport der zweite Schritt. Zunächst „erwandert“ man seine Gesundheit im wahrsten Sinne des Wortes, um dann idealerweise die Freude an der Bewegung zu entdecken. Körperliche Erschöpfung durch Sport wirkt sich positiv auf die Seele aus, weil Psyche und Soma miteinander verbunden sind. Wie bei den meisten psychischen Erkrankungen hat man auch bezüglich Burnout medizinisch erwiesen, dass Sport sich günstig auf den Heilungsprozess auswirkt. Viele psychiatrische Einrichtungen haben dieses Konzept inzwischen aufgegriffen und bieten Sporttherapie wie gymnastische Übungen und Nordic Walking neben den anderen herkömmlichen Therapien an. Die Bedeutung des Sports für den Genesungsprozess ist mittlerweile unumstritten – obwohl der therapeutische Ansatz ursprünglich belächelt wurde. Doch nach den vielen positiven Feedbacks hat sich das Klima geändert.
Nach der Behandlung
Auch nach der erfolgreichen Behandlung sollte Sport ein integrativer Bestandteil des Alltags von Menschen sein, die von Burnout betroffen waren, weil sich durch körperliche Verausgabung die Seele regeneriert. Dadurch können sogar auch Medikamente überflüssig werden. Denn Sport dient gleichsam als Puffer zwischen dem Stress des Alltags und der Seele. Dabei geht es nicht darum, ein bestimmtes Leistungslevel zu erreichen, sondern um die regelmäßige Bewegung an sich. Sport sollte gleichsam eine Art Auszeit vom Alltag bilden, wobei sich die positiven Effekte verbinden lassen: abschalten, den Körper trainieren, neue Kraft tanken, um für den Alltag wieder gerüstet zu sein. Idealerweise hat man dabei jemanden wie einen Personal Trainer zur Seite, der den ehemaligen Patienten Schritt für Schritt in die Sportart seiner Wahl einführt. Damit ist auch das kommunikative Element gegeben, denn natürlich sollten ehemalige Burnout-Patienten über ihre vergangenen Erlebnisse sprechen und sie reflektieren, um künftig ähnlichen Erkrankungen dauerhaft vorzubeugen.
