Kaffee macht am Morgen munter und auch sonst wirkt Koffein belebend. Ein Kaffee während der Arbeitszeit führt etwa dazu, dass man sich deutlich schwungvoller fühlt. Bedeutet dies aber tatsächlich, dass auch eine Steigerung der sportlichen Leistung mit Koffein möglich ist? De facto sind hierzu die Aussagen widersprüchlich, wobei sich sowohl Befürworter wie auch Gegner auf wissenschaftliche Untersuchungen berufen. In dem Portal www.powerbar.de ist etwa ein Text zu lesen, der unterstreicht, dass Koffein sehr wohl die Leistungsfähigkeit ankurbelt. 1,3,7-Trimethylxanthin, der chemische Name des Koffeins, sei die am meisten verbreitete pharmakologische Substanz, so der Artikel.
Tatsächlich wirkt sich Koffein psychoaktiv aus, d.h. verbessert die Stimmung und das Wohlbefinden, wenn es in Maßen genossen wird. So führt der Verfasser des Artikels, Christopher D. Jensen, aus, dass deswegen beispielsweise im Radsport eine messbare Leistungssteigerung durch Koffein vermerkt werden konnte, ebenso bei Läufern, Ruderern und Tennisspielern. Dabei wirke sich das Koffein sowohl auf die Agilität, Schnelligkeit, Treffsicherheit als auch auf die Ausdauer aus. Rein chemisch ermögliche das Koffein ein besseres Andocken des Botenstoffs Adenosin an seinen Rezeptor und zeitige damit die beschriebene Wirkung. Dabei komme es aber auf die richtige Dosis an. So liegt die Empfehlung gemäß dieses Artikels bei 1 bis 3 mg Koffein pro Kilogramm Körpergewicht. Eine deutlich höhere Dosis führe nicht zu einer deutlich höheren Leistung – hingegen solle man den Koffeinkonsum moderat halten.
Wie schnell wirkt Kaffee
Dabei erreicht Koffein seine größte Wirkstärke etwa eine Stunde nach Einnahme. Am meisten Koffein ist dieser Studie zufolge in Filterkaffee enthalten, der 115 bis 175 mg Koffein in einer Dosis von 240 ml beinhaltet, so wie Getränke überhaupt der Hauptlieferant für Koffein sind. Außer im Kaffee findet sich auch in Tee, Powerdrinks, Cola oder in Schokolade beispielsweise Koffein. Eine andere Meinung vertritt ein Focus-Artikel vom 16. Januar 2006 (www.focus.de). Hier ist nachzulesen, dass Koffein den Blutfluss im Herzen reduzieren soll – ein erhöhter Blutfluss sei aber unabdingbar für eine gute sportliche Leistung, weil dadurch mehr Sauerstoff transportiert wird.
So soll eine Studie von Schweizer Wissenschaftlern ergeben haben, dass bis zu 22 Prozent weniger Blut durch das Herz transportiert wird, wenn zuvor Koffein an die Probanden verabreicht wurde. Dadurch sei auch die sportliche Leistung schlechter ausgefallen. Probanden, die in einer Druckluftkammer strampelten, um eine Arteriosklerose zu simulieren, flossen dieser Studie gemäß sogar bis zu 39 Prozent weniger Blut durchs Herz. Die Erklärung hierfür: Koffein blockiere Rezeptoren in den Blutgefäßwänden, so dass diese sich unter Belastung nicht mehr ausdehnen. „Koffein ist für Sportler keine sinnvolle Stimulans“, zu diesem Schluss kommt Studienleiter Philipp Kaufmann, „Es mag zwar dazu führen, dass man sich wacher und aktiver fühlt, tatsächlich schmälert es aber die momentane Leistungsfähigkeit“.
Contra und Pro in punkto Kaffee
Menschen mit Problemen mit dem Herz-Kreislauf-System müssten sogar besonders Obacht geben, denn dann könne Cola oder Kaffee vor dem Sport sogar risikobehaftet sein. Fakt ist jedoch, dass viele Spitzensportler Koffein vor dem Wettkampf oder vor dem Training konsumieren, um die Leistung zu verbessern und in zahlreichen Internet-Portalen ist nachzulesen, dass Koffein vor allem für Ausdauersportler geeignet ist. Durch seine psychoaktive Wirkung soll es zunächst die Motivation zum Sport überhaupt fördern, außerdem den Fettstoffwechsel ankurbeln und auch die Leistungsstärke verbessern. Vielerorts wird ein moderater Koffeinkonsum deswegen auch empfohlen, wenn man abnehmen möchte.
Koffein wurde im Übrigen von der offiziellen Doping-Liste der Olympischen Spiele genommen und viele Sportler schwören auf Koffein. Der Selbsttest zeigt dabei sicher, ob Koffein individuell zur Leistungssteigerung geeignet ist, allerdings sollte man dabei tatsächlich nur in Maßen konsumieren, denn eine Überdosierung kann bei zusätzlicher körperlicher Beanspruchung tatsächlich zu gesundheitlichen Problemen führen. Koffein erhöht nachweislich den Blutdruck, wobei dieser durch den Sport sowieso ansteigt. Wer ohnehin zum Beispiel Bluthochdruck hat, kann dann ernste Schwierigkeiten bekommen. Daher heißt die Devise auch beim Koffein: Es langsam angehen lassen und lieber weniger als zu viel konsumieren!