Anti-Kohlenhydrate-Trend: Berechtigt?
Kohlenhydrate vermeiden, Low-Carb praktizieren: Dieser Trend, der aus den USA stammt, ist mittlerweile auch nach Europa geschwappt. Die Frage ist: Sind Kohlenhydrate tatsächlich so schädlich, dass man sie möglichst ganz vermeiden sollte? Oder handelt es sich nur um eine Modeerscheinung, die bald durch eine andere abgelöst wird?
Tatsache ist, dass durch sogenannte Low-Carb-Diäten es vielen gelungen ist, ihr Gewicht zu reduzieren. Dies, so die Verfechter des Anti-Kohlenhydrate-Trends, verhindere wiederum typische Zivilisationskrankheiten wie Herzerkrankungen oder Diabetes. Doch ist ein radikaler Umstieg auf Proteine und Fette gesund? Diese Frage ist wissenschaftlich noch ungeklärt. Beim Thema Kohlenhydrate sollte man dabei differenzieren, denn es gibt Unterschiede:
Kohlenhydrate sind nicht gleich Kohlenhydrate
Tatsache ist, dass insbesondere durch sogenannte leere Kohlenhydrate wie Weißmehl der Körper diese sehr schnell in Einfachzucker verwandelt, die leicht in den Fettspeichern abgelagert werden. Durch eine Ernährung mit vielen leeren Kohlenhydraten begünstigt man somit tatsächlich Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Diabetes, etc. Chips, Schokolade, weiße Brötchen, all dies ist aus der Ernährung daher möglichst zu verbannen. Darin sind sich die meisten Ernährungsexperten einig.
Dem gegenüber stehen sogenannte komplexe Kohlenhydrate wie sie in Vollkornprodukten wie Vollkornbrot oder Vollkornnudeln zu finden sind. Der Körper muss diese erst spalten und sie wandern daher nicht so schnell in die Fettspeicher wie leere Kohlenhydrate. Daher heißt die Devise: lieber zwei Vollkornbrötchen als ein Weißbrötchen. Denn komplexe Kohlenhydrate bestehen aus viel längeren Molekülketten, daher muss der Körper förmlich „arbeiten“, um sie zu spalten und zu verwerten. Daher gilt es bei den Kohlenhydraten verschiedene Typen zu unterscheiden.
Ernährung ohne Kohlenhydrate?
Ob ein weitgehender Verzicht auf Kohlenhydrate förderlich ist, ist wissenschaftlich bislang weder bewiesen noch widerlegt. Bei der Ernährung sollte man jedoch auf jeden Fall darauf achten, überwiegend komplexe Kohlenhydrate zu sich zu nehmen. Auch diese zu reduzieren, dagegen spricht zunächst nichts. Allerdings sollte man dabei nicht zu radikal sein, wie die meisten Ernährungsexperten empfehlen, denn insbesondere das Gehirn braucht täglich eine Menge an Glukose (Zucker), die der Körper eben aus Kohlenhydraten gewinnt. Ernährungsexperten empfehlen daher meist eine gesunde Mischkost, wobei alles in Maßen auf den Teller kommen sollte. Zusätzliche Eiweißprodukte sind dann meist überflüssig. Auch bei einer Reduktion der komplexen Kohlenhydrate, was in Maßen durchaus machbar ist, sollte man den derzeitigen Trend nicht überbewerten.

sweetkoffie sagt:
Alles, von dem man zuviel von sich nimmt, kann schädlich sein.
Alles ausgewogen und mit Massen, so sollte es sein.
Leider essen wir heute viel zu reichhaltig,
vielfach haben wir kein Gefühl mehr wann wir hungrig und wann wir satt sind.
Lassen uns oft den Appetit anregen durch lecker aussehende Werbung, die zum Essen verführt.
Mir hilft ab und zu eine Fastenwoche, um mich , sozusagen, wieder zu reseten, mich und meine Essgewohnheiten wieder zu verinnerlichen.
Mir gefällt gut, was ich hier bei dir lese. Ein Coach für den Sport, das wär mal was…
LG.
SK
Personal Trainer Kiel sagt:
Vielen Dank für Dein Feedback. Freut mich, dass Dir mein Artikel gefällt.
Jesse sagt:
Ich glaube, du bist der erste Sportler, der einen nicht davon überzeugen möchte, Kohlenhydrate seien das Böse. Danke dafür!
Personal Trainer Kiel sagt:
Nein, böse sind sie sicher nicht! Man muss sie bloß einzusetzen wissen. Danke für Deine lieben Worte!
Nomadenseele sagt:
Mir fällt bei mir auf, dass ich bei kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln viel zu viel essen kann. Die Ladungen von Vollkornnudeln, die bei mir reinpassen, würden für drei Leute reichen, Sushi (Reis) ebenfalls. Und ich bin extrem schnell wieder hungrig.
Esse ich dagegen eine Gemüsepfanne mit Bratlingen oder etwas Fisch, bin ich nach der Hälfte satt und kann gar nichts mehr essen.
Deswegen versuche ich die klassischen Kohlenhydrat-Quellen wie Nudeln, Reis und Brot (mit Ausnahme von Dinkelerzeugnissen) zu meiden.
Personal Trainer Kiel sagt:
Da gebe ich Dir recht, nur solltest Du darauf achten das Kohlehydrate nicht gleich Kohlehydrate sind. Achte auf Vollkornprodukte. Kurzkettige Kohlehydrate sind schnell verbrannt und sind nicht sehr Nahrhaft, dazu hat man schnell wieder hunger. Bestes Beispiel wie Du schon sagtest, sind Nudeln oder auch Weißbrot. Im nu verbrannt under Körper schreit wieder nach mehr!
Nomadenseele sagt:
Ich habe heute eine Riesenportion Vollkornnudeln gegessen und hatte nach 3 Stunden wieder Hunger. Das Einzige, was ich mir noch erlaube sind daher Dinkelbrötchen, weil die lange satt machen. Ansonsten haben Teigwaren sehr viel Kalorien und sättigen kurz.
Personal Trainer Kiel sagt:
Oh, okay
Also ich habe mit Volkornnudeln einen guten Griff gelandet. Wenn Du für Dich Dinkelbrötchen entdeckt hast, ist das eine gute Sache. Und wichtig ist, was “Dich” auf Dauer satt macht.